




Training der Fördergruppe Neckar
in Portoroz, SLO
&
Nokia Easter Regatta 2008
17.-23. März 2008
Bericht von Carl Niklas Haufe
mit Kommentaren von Paul Jannik Haufe (kursiv)
Hurra, endlich Osterferien! Ich habe mich schon lange auf das Training und die Regatta in Slowenien gefreut. Endlich würde ich die Opti-Segler vom Stuttgarter Segelclub wiedersehen. Und ich meinen Freund Leon Zartl aus Tettnang, den ich vom Herbsttraining am Gardasee kenne.
Samstag und Sonntag reisten wir alle an. Wir konnten auf einem großen Hotel-Parkplatz unseren Wohnwagen abstellen, direkt am Meer. Da waren tolle Felsen mit Eidechsen und ein schmaler Strand, wo man Muscheln finden konnte. Die sanitären Anlagen im Yachtclub Pirat waren etwas gewöhnungsbedürftig, aber für eine Woche würden wir es aushalten. Einige Stuttgarter kamen mit ihren Wohnmobilen, einige haben eine Ferienwohnung in der Nähe genommen.
Insgesamt waren wir 10 Kinder: 2 Meedels: Hannah und Hannah und 8 Jungs: Lukas, Mauritz, Alexandros, Leon, Christoph, Max aus Radolfzell und Paul Jannik und ich.
Am Sonntag trafen auch unsere Trainer Kathrin Wiedemann und Roland Wiedemann ein, die ebenfalls mit uns auf dem Parkplatz campierten.
Da wir fast alle unsere Roller/Kickboards/Fahrräder dabei hatten und der Parkplatz fast leer war, hatten wir eine Menge Spaß. Am besten war das Schranke-auf-schnell-durch-Schranke-zu-Spiel.
Montag ging es dann endlich los.
1. Tag: Montag, 17.03.2008
Jeden Morgen war um 08:00 Uhr Frühsport mit Kathrin angesagt. Es waren aber nicht alle Kinder dabei, aber dafür Bella, der Hund von Orths.
Um kurz nach 10:00 Uhr trafen wir uns am Yachtclub J. K. Pirat. Da noch viele andere Gruppen aus Bayern, Berlin, Österreich und Italien trainierten, beschlossen wir, unsere Optis von einer anderen Stelle aus zu slippen. Alle bauten ihre Boote auf, manche ließen sie auch durch das „Bodenpersonal“ aufbauen und dann ging es endlich ab auf’s Wasser – das erste Mal auf dem Meer – igitt, das schmeckt ja salzig! Hoffentlich fällt mein neuer Schriftzug nicht vom Opti ab! Äh, Mama, gibt es hier Haie????
Am ersten Tag war das Wetter genial. Sonne und super Wind sorgten dafür, dass wir optimal trainieren konnten. Zuerst fuhren wir alle im Kreis, um uns nach der langen Winterpause wieder an das Segeln zu gewöhnen. Nach einer Mittagspause übten wir das Wenden. Gegen 16:00 Uhr war das Training für den Tag beendet und wir machten noch eine Gruppenbesprechung. Dann bauten wir die Boote ab, bzw. ließen sie abbauen, ihr wisst schon von wem...
2. Tag: Dienstag, 18.03.2008
Um 10:00 Uhr ging das Training wieder los und es hat aus vollen Kübeln geschüttet. Da der Wind aber so gut war, ging es sofort, nachdem Kathrin und Roland uns den Trainingsplan für den Tag erklärt hatten, raus. Alle mussten wir wenden und halsen, mit vielen guten Tipps von den Trainern wurde das immer besser und schneller. Als wir zur Mittagspause machten, wurden wir an Land mit Hot-Dogs von Orths und Knapps empfangen. Das war eine geniale Idee und seeeehr lecker!
Am Nachmittag übten wir weiter. Gott sei Dank war es dann wieder sonnig. Heute übten wir auch das Abschleppen. Da das am Anfang ein bisschen langsam - arg langsam! - ging, mussten wir es ein paar Mal machen. Gegen 16:30 Uhr war Schluss und es gab wieder eine Gruppenbesprechung. Das war immer super, weil wir so noch mal besprechen konnten, was wir besser machen können und weil wir viele Fragen stellen konnten.
3. Tag: Mittwoch, 19.03.2008
Super Wind und Wellen, dafür kein Regen! Wir trafen uns heute schon um 09:30 Uhr und waren erstaunt, wie hoch die Wellen waren. Sogar die Uferpromenade war überspült und alles war voll mit Quallen! Heute will ich ganz bestimmt nicht kentern! Und wenn so eine Qualle in meinen Opti reinhüpft???
Zunächst erklärten uns Kathrin und Roland verschiedene Flaggen. Dann stürzten wir uns in die Fluten. Das war ein Erlebnis! Wir übten noch einmal das Halsen, sofern wir vor lauter Überlebenskampf dazu kamen. Am Nachmittag trainierten wir den Start. Ich habe mich dann ausgeklinkt – der wilde Wellengang am Vormittag hat mir doch glatt den Magen umgedreht und meine Mama war den ganzen Nachmittag mit „Eimer halten“ beschäftigt... Gegen 16:00 Uhr segelten wir zurück und heute habe ich echt viel gelernt! Das war ein toller Tag! Es gab dann noch die tägliche Mannschaftsbesprechung.
4. Tag: Donnerstag, 20.03.2008
Ich war wieder fit, der Magen gründlich leer und so war ich gleich beim Frühsport dabei. Da der Wind heute nicht so stark war, wollte ich wieder mitsegeln. Wir versammelten uns um 10:00 Uhr an den Optis. Morgens ist die ganze Gruppe gesegelt und wir haben noch einmal Wenden, Halsen und den Start geübt.
Am Nachmittag haben wir dann die Gruppen geteilt. Diejenigen, die die Regatta segeln wollten, blieben bei Roland und wir machten ein bisschen Theorie. Außerdem hat er uns gezeigt, wie man ein Segel vermisst und wir durften das dann auch ausprobieren. Die Kleinen durften sich am Nachmittag ausruhen oder gingen auf’s Wasser.
Nachmittags mussten wir uns noch für die Regatta melden. Als Begrüßungsgeschenk gab es eine Cap, ein Lanyard, einen blau-weißen NOKIA-Labello (was es nicht alles gibt...) und ein paar Aufkleber.
Am Abend liefen wir alle am Meer entlang nach Piran zum Abendessen - das hat Stunden gedauert...Gott sei Dank durften wir die Roller mitnehmen. Die meisten von uns haben eine ganz tolle Fischplatte gegessen mit Scampi, Calamari und anderen leckeren ehemaligen Meeresbewohnern. Das war ein wunderbarer Abschluss für das Training – morgen geht dann die Regatta los. Aber nur für die 7 Großen. Leon, Mauritz und ich hatten noch einen Trainingstag mit Kathrin und sonst viel Zeit zum Spielen und Rollerfahren!
5. Tag: Freitag, 21.03.2008 – Erster Regattatag
Ganz aufgeregt bin ich morgens aufgewacht: Erster Regattatag und draußen hat der Wind nur so gepfiffen!
Erst mal zum Frühsport, da hat’s uns schon schier weggeblasen; und dann war Boote aufbauen angesagt. Da es wirklich mehr als eine Mütze Wind hatte, wurden die Masten und Segel noch einmal richtig eingestellt und wir wurden seeeehr warm eingepackt, da es auch recht kühl war.
Um 10:00 Uhr wurden die Gruppen eingeteilt und die Farben vergeben. Max, Hannah Diez und ich bekamen rote Bänder. Es sollten jeweils zwei Farben miteinander starten, da so viele Segler für die Regatta gemeldet waren: 266! Roland erklärte uns daraufhin, wie wir segeln mussten. Im Prinzip gegen den Uhrzeigersinn wie in ein Schneckenhaus hinein. Dann klebten wir noch den blau-weißen NOKIA-Aufkleber auf unser Boot, der bei mir aber nicht lange hielt. Schon beim Raussegeln schwammen die Aufkleber weg.
Mauritz und Leon durften mit Kathrin im Motorboot rausfahren, um mitzuerleben, was bei einer Regatta abgeht – ich bin an Land geblieben, weil es mir zu wild war.
Um 11:00 Uhr sollte es dann losgehen. Da aber die Wellen gegen uns gearbeitet haben und alle Optis viel länger gebraucht haben, um sich zum Startschiff durchzukämpfen, wurde der Start ein bisschen hinausgezögert. Wir waren alle ziemlich aufgeregt, da wir während des ganzen Trainings nie so einen Wind hatten! Ich bin kurz darauf noch einmal umgekehrt, um noch eine Lage Klamotten unter den Trocki zu ziehen, da es wirklich sehr kalt war!
Als es endlich losging, segelten wir 3 Wettfahrten – zur ersten ist Carl Niklas dann wegen seiner Ich-muss-dringend-noch-was-anziehen-Aktion glatt etwas zu spät gekommen... Der Wind verlangte uns wirklich alles ab – es waren teilweise 25 Knoten Wind, aber das war auch eine tolle Herausforderung. Nicht alle von uns sind alle 3 Wettfahrten gesegelt, aber wir haben unser Bestes gegeben. Hinterher gab es noch eine Besprechung und Roland sagte uns, was wir noch besser machen können.
Das war nun wirklich ein spannender Tag und am Abend fielen wir vor Müdigkeit ins Bett!
6. Tag: Samstag, 22.03.2008 – Zweiter Regattatag
Wir trafen uns um 09:30 Uhr mit Roland. Nach einer kleinen Besprechung bauten wir die Boote auf. Um 11:00 Uhr sollte die erste Startmöglichkeit sein. Heute war aber das Wetter gerade das Gegenteil von gestern: Sonne und kein Wind – nicht mal eine kleine Brise: also Startverschiebung. Ich weiß gar nicht mehr, wie lange wir da draußen gewartet haben, bis es endlich losging, aber Roland hat uns motiviert, uns noch ein bisschen was erzählt und uns am Leben gehalten! Als es endlich etwas Wind hatte, konnte es losgehen und wir segelten zwei Wettfahrten. Heute haben wir alle durchgehalten, es war auch bei weitem nicht so eiskalt wie gestern.
Die drei „Kleinen“ – he, wer ist hier klein!?! – durften mit Kathrin noch mal vormittags und nachmittags trainieren und trotz wenig Wind konnten sie, weil sie nicht so schwer sind, gut segeln und haben noch mal ordentlich was gelernt.
Die Regatta wurde dann nach 2 Läufen beendet, da der Wind wieder eingeschlafen war.
Am Abend wurde vor dem großen Zelt gegrillt und es gab für alle Regattasegler Hamburger, Hühnchen, Pommes, Brot, Kuchen, Schokolade, Getränke – alles was ein Segler nach so einem anstrengenden Tag braucht. Anschließend gab es eine Tombola, wo einige von uns ganz tolle Sachen gewonnen haben, z. B. Segelhandschuhe, Regattaweste, Seesack. Für den nächsten Tag war dann die Verlosung von Handys (natürlich NOKIA!) und eines Optis angesagt.
7. Tag: Sonntag, 23.03.2008 – Dritter Regattatag und: OOOOstern!
Morgens sofort nach dem Aufstehen ging es erst mal ans Ostereiersuchen. Nachts hatte es gehagelt und so konnten wir die Eier sozusagen „im Schnee“ suchen. Tatsächlich hat uns der Osterhase auch in Slowenien gefunden und es gab ein paar Kleinigkeiten zu finden. Kathrin hat uns an den Optis Schoko-Osterhasen versteckt – Danke übrigens!
Um 10:00 Uhr standen wir alle fertig angezogen zur Besprechung mit Roland bereit, konnten aber da schon sehen, dass es keinen Wind hatte. Roland gab uns noch ein paar gute Ratschläge und dann ging es raus Richtung Startschiff. Leider dauerte das schon ewig, da wir mehr oder weniger selbst in das Segel blasen mussten, um unsere Optis anzutreiben. Dann fing es auch noch von oben an nass zu werden. Nach einer längeren Startverschiebung gab es ein paar Starts, die aber alle abgepfiffen wurden, da es sich lediglich um ein „Wettstehen“ gehandelt hat. Etwas frustriert paddelten wir zurück an Land.
Nachdem die Boote abgebaut und verstaut waren, gab es die Siegerehrung. Max und Christoph waren von unserer Gruppe am weitesten vorn, aber auch wir anderen lagen gar nicht schlecht, dafür dass es hauptsächlich A-Segler bei der Regatta gab. Bei der Verlosung haben wir dann leider nichts gewonnen, aber insgesamt war es doch eine tolle Veranstaltung. Es war für uns alle die erste internationale Regatta.
Wir gingen dann noch gemeinsam zum Essen und anschließend war Abschied, da die meisten von uns gleich nach Hause gestartet sind. Das war wirklich eine ganz tolle Woche und ich hoffe, dass ich die anderen bald wiedersehe!
Großer Dank gebührt an dieser Stelle Kathrin und Roland Wiedemann, die hier ein suuuper Training veranstaltet haben, uns perfekt betreut haben, uns wertvolle Tipps gegeben haben, und sich auch über die Trainingszeiten hinaus toll mit eingebracht haben, für jeden Spaß zu haben waren und uns aber auch manchmal mit der nötigen Strenge wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben.
Liebe Kathrin, lieber Roland, wir hoffen, Ihr seid beim nächsten Mal wieder unsere Trainer! Ihr seid nämlich unschlagbar und habt Nerven wie Drahtseile!
Äh, Roland, sorry, dass wir Deinen Handbohrer verschlampt haben, wir werden für Ersatz sorgen!
Danke auch an die Eltern, hier „Bodenpersonal“ genannt, die es uns erst ermöglicht haben, nach Portoroz zu fahren - meine Mama meinte, das gehört hier auch noch rein, schließlich könnte sie jetzt auch irgendwo in der Südsee in einem 5-Sterne-Wellness-Hotel sitzen und sich verwöhnen lassen, anstatt so eine anstrengende, nervenaufreibende Opti-Trainings-und-Regatta-Woche mit uns zu verbringen...
Carl Niklas Haufe GER 10863 „Hobbes“
Paul Jannik Haufe GER 77 “Optisaurus Rex“ (ehemals „Froschi“)