



WM-/EM-Ausscheidung in Warnemünde
Die Ausscheidung für die Weltmeisterschaft und Europameisterschaft 2008 der Optimisten fand vom 01. bis 04. Mai 2008 in Warnemünde statt. Insgesamt waren 12 Wettfahrten geplant.
Teilnehmen durften die besten 80 deutschen Optisegler. Die ersten 5 Segler dürfen zur Weltmeisterschaft nach Cesme/Türkei, die nächsten 7 Opti’s zur Europameisterschaft an den Gardasee/Italien.
Wir reisten bereits in der Nacht zum Sonntag am 27.04.2008 an. Am Sonntag morgen begann das Training bei Michael Marcour. Von Montag bis Mittwoch trainierte ich bei George Blaschkiewitz, der mich auch während den Wettfahrten betreute. Am Mittwoch standen die Kontrollvermessungen auf dem Programm. Es wurden Rumpf, Mast, Großbaum, Sprit, Schwert, Ruder und Segel vermessen und gewogen.
1. Tag (Donnerstag)
Um 07.15 Uhr klingelte der Wecker, weil das Aufwärmen (Joggen und Gymnastik) bereits um 07.30 Uhr mit dem Trainer begann. Dauer jeden Morgen ca. 15-20 Minuten. Anschließend Frühstück, Opti aufbauen und auslaufen um 09.00 Uhr. Aufgrund des schwachen Windes konnte die 1. Wettfahrt erst gegen 12.30 Uhr bei 2-3 Beaufort gestartet werden. Ich startete sehr gut und erreichte Platz 3. In der 2. Wettfahrt konnte ich Platz 6 und in der 3. Wettfahrt Platz 18 ersegeln. Somit lag ich nach dem 1. Tag insgesamt auf Platz 6.
2. Tag (Freitag)
Auch am 2. Tag konnte die Wettfahrt Nr. 4 gegen ca. 12.30 Uhr bei ca. 2 Beaufort gestartet werden. Ich erreichte mit den 6. Rang wieder eine super Platzierung. Dann der Schock in der 5. Wettfahrt: Frühstart bei „Black Flag“ und somit Disqualifikation. Vorsorglich filmt unser Trainer und Betreuer George bei einer solch wichtigen Regatta alle Starts und alle Tonnenrundungen mit der Videokamera! Anhand der Filmaufnahmen waren wir zwar der Meinung, dass ich keinen Frühstart hatte, konnten dies jedoch nicht ausreichend nachweisen. Ich fiel insgesamt auf Platz 13 zurück. Somit war ein mentaler Aufbau durch Trainer und Vater angesagt.
3. Tag (Samstag)
Der 3. Tag war besonders spannend und aufregend. Ich lag an Tonne 1 auf Platz 30. Dann begann die Aufholjagd. Ich konnte Opti um Opti aufholen, so dass ich an der letzten Tonne vor dem Ziel auf Platz 19 lag. Auf der Zielkreuz konnte ich mit jedem Schlag und jeder Wende nochmals 2 bis 3 Schiffe holen. Im Ziel landete ich dann noch auf dem 4. Platz. Die anschließende 6. Wettfahrt war durch äußerst schwache Winde, starke Dreher und Nebel mit Sichtweiten unter 50 Meter gekennzeichnet. Teilweise fanden die Segler die Tonnen nicht mehr.
Die Wettfahrtleitung wertete diese Wettfahrt trotzdem. Einige der WM-/EM-Kandidaten segelten ihren Streicher, ich auch mit Platz 23. Die Eltern waren aufgrund des starken Nebels froh, dass wir dank der Sicherungsboote und Trainer „heil und vollständig“ an Land kamen. Nach
7 Wettfahrten mit einem Streicher lag ich vor dem letzten Wettfahrttag auf Platz 5, also einem WM-Ticket.
4. Tag (Sonntag)
Auch der 4. Tag war durch schwache Winde mit 2 Beaufort gekennzeichnet. Zwei Bayern, Michael Marcour und Max Hibler lagen mir mit einem geringen Punkteabstand im Nacken. Mit einem 9. Platz konnte ich aber meine Qualifikation zur Weltmeisterschaft mit dem Gesamtplatz
5 sichern.

Das WM-Team: Trainerin Christiane de Nijs, Jens Marten, Oliver Oczycz, Hannes und Jan Marten, Tim Fischer
Nach einer spannenden, nervenaufreibenden und erfolgreichen Woche für mich (und auch für meine Eltern) begann die Heimfahrt gegen 19.00 Uhr. Nachdem wir um 03.00 Uhr zu Hause ankamen, konnte ich noch 3 Stunden schlafen und durfte anschließend in die Schule.
Tim Fischer
GER 12026 - 06. Mai 2008